Alle Artikel von Conny

Durch Regen und Nebel immer am Fjord entlang

An Tag Zwei beginnt unser Roadtrip strenggenommen erst so richtig. Denn ab Tag Zwei lassen wir uns gewissermaßen von der Ringstraße leiten, um einmal die komplette Insel Island zu umrunden. Die Ringstraße, auch Hringvegur oder Nationalstraße 1 genannt, ist die wichtigste Verkehrsader Islands. Sie verbindet alle wichtigen Orte und ist die am besten ausgebaute Straße. Man findet ausreichend Tankstellen und sie ist ein verlässlicher Ankerpunkt falls man auf einer der Nebenstraßen doch mal die Orientierung verloren haben sollte. Die Ringstraße kennt meistens nur zwei Richtungen und mit einer Autobahn sollte man sie nicht vergleichen. Eher mit einer Landstraße hierzulande. Mit den erlaubten 90 km/h Höchstgeschwindigkeit und den vielen ausgeschilderten Sehenswürdigkeiten lässt sich das Land gut erkunden.

Aber was wäre ein Roadtrip ohne Umwege, Nebenstraßen und die unvermeidlichen Sackgassen? Wir haben uns zweieinhalb Wochen Zeit genommen für Island und möchten die Insel auch abseits der Ringstraße erkunden. Deshalb haben wir für diesen Tag gleich zwei Abstecher – wir haben uns darauf geeinigt, sie nicht „Umweg“ zu nennen – eingeplant. Weiterlesen

Wir übernachten im Gewächshaus

Inmitten eines alten Gewächshauses fanden wir unsere erste Unterkunft, die auch die außergewöhnlichste unserer Reise war. Eine Ferienwohnung für zwei Personen. Bei unserer Ankunft wurden wir von Júlí und ihrem Hund begrüßt. Sie führte uns durch das Gewächshaus und erzählte, dass es heute ausschließlich von Urlaubern und für Feste genutzt wird.  Weiterlesen

Unsere Islandreise beginnt auf dem Golden Circle

Acht Uhr morgens. Draußen ist es stockdunkel, die Höchsttemperatur soll heute fünf Grad betragen und ein paar Regenschauer soll es auch geben. Nichts womit wir an unserem ersten Tag auf Island nicht gerechnet hätten. Bei der Reiseplanung konnte uns keine der vielen dezenten Warnungen, die wir in Blogs, Foren und Reiseführern gefunden hatten, von unserem Plan abbringen: wir hatten uns vorgenommen, Island für zweieinhalb Wochen im November zu bereisen. Von Kälte, Regen, Schnee und Dunkelheit war die Rede. Schlussendlich siegte unsere Neugier – der Roadtrip würde schon nicht zu einer Expedition ins ewige Eis ausarten. Weiterlesen

Die Basics zum Roadtrip – Island im November

Anfang September bekamen wir mit, dass wir uns langsam aber sicher auf ein Urlaubsziel für unseren im Oktober und November anstehenden Jahresurlaub festlegen sollten. Im Frühjahr hatten wir auf Instagram die Stories von Julis Roadtrip verfolgt und seitdem Island als Ziel ins Auge gefasst.

Nachdem wir uns durch einige Reiseberichte und Foren geklickt hatten, stand fest: wir reisen nach Island – egal welches Wetter und wie wenig Tageslicht uns dort im November erwarten würden. Alles andere wäre ein fauler Kompromiss gewesen. Weiterlesen

Pellworm – Die grüne Insel im Watt

Hinter Husum nehmen wir den Abzweig Richtung Nordstrand. Die Häuser am Wegesrand werden immer weniger und wir haben das Gefühl, dass auf der Fahrt zum Fähranleger die Natur langsam aber sicher die Oberhand gewinnt. Als wir dort ankommen, gibt es nur noch eine Straße – um uns herum nur Deich und das Wattenmeer. Auf der Fähre suchen wir uns einen Platz auf dem Sonnendeck. Von dort aus können wir am besten beobachten, wie die Fähre bei Niedrigwasser den Priel entlangschippert und das Festland langsam hinter sich lässt.

Nach ein paar Minuten Fahrt erblicken wir schon den Pellwormer Leuchtturm. Auch wenn die Überfahrt nur 45 Minuten dauert – wir spüren sofort, dass das Inselleben nicht mit dem auf dem Festland vergleichbar ist. 1.100 Menschen leben auf der Insel – jeder kennt jeden und auch wenn die Fähre inzwischen unabhängig von Ebbe und Flut zwischen Festland und Pellworm pendelt, scheint das Leben auf der Insel sich viel mehr am Rhythmus der Natur zu orientieren als anderswo.  Weiterlesen

Abseits der Fjordidylle – das raue Saudafjell

Warum haben wir uns eigentlich dafür entschieden, mit einem Camper durch Norwegen zu fahren? Was den Camper angeht – das war eher eine Impulshandlung. Im Mai hatten wir immer noch kein konkretes Reiseziel ins Auge gefasst und die Unterkünfte, die uns besoders interessierten, waren da natürlich schon ausgebucht. Nehmen was übrig ist und den Urlaub mit Fliesencouchtisch und Sofalandschaft verbringen, war keine echte Option. Ein Camper war eine schnelle Lösung und versprach Flexibilität. Lange überlegten wir nicht, dann stand fest, dass es unsere erste Reise mit Wohnmobil wird.

Was Norwegen angeht – da waren wir uns lange unsicher. Wir versprachen uns von Nowegen eigentlich nicht das, worauf man immer mit der Nase gestoßen wird – Fjordidylle. Aus den Reiseberichten, die wir lasen und den Erzählungen von Bekannten hörten wir heraus, das Norwegen so viel mehr war: abwechslungsreich, natürlich, ruhig. Einzigartig, aber schwer zu beschreiben. Das war es, was uns nach Norwegen zog. Unser Camper sollte uns an Orte etwas abseits des großen Trubels bringen, die dieses einzigartige Norwegengefühl versprühten.

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Drei Wasserfälle, für die es sich lohnt anzuhalten

Naturphänomene, insbesondere solche, die mit Wasser zu tun haben, findet man in Norwegen im Überfluss. Wasserfälle zum Beispiel. Wo man hierzulande kilometerweit fährt, um dann nochmal kilometerweit zu wandern, um überhaupt einen Wasserfall zu Gesicht zu bekommen, der dann mitunter springbrunnenmäßig ein paar Meter das Gestein hinunterplätschert, bietet einem Norwegen dieses Naturschauspiel in allen Formen und Größen fast im Minutentakt. In unserer Naivität hatten wir vor unserer Reise doch tatsächlich eine Reihe von Wasserfällen auf unsere Todo-List gesetzt, um uns dieses Schauspiel bloß nicht entgehen zu lassen.

Vor Ort stellten wir dann schnell fest, dass wir ganz einfach im Vorbeifahren an jedem zweiten Berghang einen für hiesige Verhältnisse beeindruckenden Wasserfall beobachten konnten. In Deutschland hätte jeder einzelne von ihnen den Status einer Sehenswürdigkeit, die man auf keinen Fall verpassen sollte. In Norwegen gehören einen Steilhang hinabstürzende Wasserkaskaden zum normalen Landschaftsbild. Was die Wasserfälle in Norwegen nicht weniger spektakulär macht.

Auf unserem Trip durch Norwegen mussten wir immer wieder anhalten und aussteigen um die hinabstürzenden Wassermassen in Ruhe und aus der Nähe zu betrachten. Es folgen drei Wasserfälle, die einen Besuch wert und leicht zu erreichen sind.  Weiterlesen

Roadtrip in den hohen Norden.
Von Schweden an den südlichsten Punkt Norwegens

Norwegen fühlt sich anders an als Schweden. Das war zumindest unser erster Eindruck. Von der einsamen Wildnis zwischen Vänern und Vättern in den dicht besiedelten Süden Norwegens zu kommen, ist ein mittlerer Kulturschock. Dazwischen lagen für uns zehn Stunden Fahrt. Wir wollten Schweden erstmal komplett hinter uns lassen, um uns auf den nächsten Abschnitt unserer Reise einlassen zu können. Das hieß für uns: eine lange Fahrt mit dem Wohnmobil, um noch am selben Tag am südlichsten Punkt Norwegens anzukommen, dem Kap Lindesnes.  Weiterlesen

Durchorganisierte Geborgenheit

Verrat an sich selbst. Unsere eigenen Prinzipien werfen wir einfach so über Bord. Unsere Freiheit zu übernachten wo wir wollen, geben wir auf und tauschen sie gegen die durchorganisierte Geborgenheit eines Campingplatzes ein.

Wir haben Bohuslän hinter uns gelassen. Seit einigen Stunden sind wir unterwegs Richtung Osten und die Landschaft, die draußen an uns vorbeizieht, hat sich verändert. Ein gefühlt unendlicher Wald hat die Schären abgelöst, an die wir uns in den letzten Tagen gewöhnt hatten. Die Straßen sind schmale Schneisen, die mit der Zeit nur noch als Verbindung zwischen einer Häuseransammlung und der nächsten dienen. Dazwischen: Wald und Seen.

Wir sind zwischen den beiden großen Seen Vänern und Vättern und steuern den Unden an. Ein für hiesige Verhältnisse riesiger See nördlich, des noch um ein Vielfaches größeren Vättern. Unsere Essensvorräte noch an der dichter besiedelten Westküste aufzufüllen, wäre ein sinnvoller Schachzug gewesen. Eigentlich am Ziel angekommen, stellen wir fest, dass der Kühlschrank leer ist und es um uns herum nichts gibt außer Wald und Seen. Wir müssen uns entscheiden: in den Survival-Modus umschalten und sich in den nächsten Tagen von dem ernähren, was der Wald so hergibt oder weiterfahren. Die erhitzten Gemüter konnte ich nur mit einem Tritt aufs Gaspedal beruhigen. 30 Minuten später erreichten wir Laxå, den nächstgrößeren Ort. Den anschließenden Einkauf zelebrieren wir dann dementsprechend. In unserem Einkaufswagen landet ein Querschnitt der schwedischen Supermarktvielvalt. Danach sind wir bereit für ein paar Übernachtungen auf dem Campingplatz. Auf in die Parzelle!  Weiterlesen