Kategorie: Über Nacht

Pellworm – Die grüne Insel im Watt

Hinter Husum nehmen wir den Abzweig Richtung Nordstrand. Die Häuser am Wegesrand werden immer weniger und wir haben das Gefühl, dass auf der Fahrt zum Fähranleger die Natur langsam aber sicher die Oberhand gewinnt. Als wir dort ankommen, gibt es nur noch eine Straße – um uns herum nur Deich und das Wattenmeer. Auf der Fähre suchen wir uns einen Platz auf dem Sonnendeck. Von dort aus können wir am besten beobachten, wie die Fähre bei Niedrigwasser den Priel entlangschippert und das Festland langsam hinter sich lässt.

Nach ein paar Minuten Fahrt erblicken wir schon den Pellwormer Leuchtturm. Auch wenn die Überfahrt nur 45 Minuten dauert – wir spüren sofort, dass das Inselleben nicht mit dem auf dem Festland vergleichbar ist. 1.100 Menschen leben auf der Insel – jeder kennt jeden und auch wenn die Fähre inzwischen unabhängig von Ebbe und Flut zwischen Festland und Pellworm pendelt, scheint das Leben auf der Insel sich viel mehr am Rhythmus der Natur zu orientieren als anderswo.  Weiterlesen

Roadtrip in den hohen Norden.
Von Schweden an den südlichsten Punkt Norwegens

Norwegen fühlt sich anders an als Schweden. Das war zumindest unser erster Eindruck. Von der einsamen Wildnis zwischen Vänern und Vättern in den dicht besiedelten Süden Norwegens zu kommen, ist ein mittlerer Kulturschock. Dazwischen lagen für uns zehn Stunden Fahrt. Wir wollten Schweden erstmal komplett hinter uns lassen, um uns auf den nächsten Abschnitt unserer Reise einlassen zu können. Das hieß für uns: eine lange Fahrt mit dem Wohnmobil, um noch am selben Tag am südlichsten Punkt Norwegens anzukommen, dem Kap Lindesnes.  Weiterlesen

Durchorganisierte Geborgenheit

Verrat an sich selbst. Unsere eigenen Prinzipien werfen wir einfach so über Bord. Unsere Freiheit zu übernachten wo wir wollen, geben wir auf und tauschen sie gegen die durchorganisierte Geborgenheit eines Campingplatzes ein.

Wir haben Bohuslän hinter uns gelassen. Seit einigen Stunden sind wir unterwegs Richtung Osten und die Landschaft, die draußen an uns vorbeizieht, hat sich verändert. Ein gefühlt unendlicher Wald hat die Schären abgelöst, an die wir uns in den letzten Tagen gewöhnt hatten. Die Straßen sind schmale Schneisen, die mit der Zeit nur noch als Verbindung zwischen einer Häuseransammlung und der nächsten dienen. Dazwischen: Wald und Seen.

Wir sind zwischen den beiden großen Seen Vänern und Vättern und steuern den Unden an. Ein für hiesige Verhältnisse riesiger See nördlich, des noch um ein Vielfaches größeren Vättern. Unsere Essensvorräte noch an der dichter besiedelten Westküste aufzufüllen, wäre ein sinnvoller Schachzug gewesen. Eigentlich am Ziel angekommen, stellen wir fest, dass der Kühlschrank leer ist und es um uns herum nichts gibt außer Wald und Seen. Wir müssen uns entscheiden: in den Survival-Modus umschalten und sich in den nächsten Tagen von dem ernähren, was der Wald so hergibt oder weiterfahren. Die erhitzten Gemüter konnte ich nur mit einem Tritt aufs Gaspedal beruhigen. 30 Minuten später erreichten wir Laxå, den nächstgrößeren Ort. Den anschließenden Einkauf zelebrieren wir dann dementsprechend. In unserem Einkaufswagen landet ein Querschnitt der schwedischen Supermarktvielvalt. Danach sind wir bereit für ein paar Übernachtungen auf dem Campingplatz. Auf in die Parzelle!  Weiterlesen

Um uns Ruhe, vor uns das Meer.

Ein Wohnmobil macht flexibel, aber auch wählerisch. Am Ende jedes Tages steht man vor der Entscheidung: hier bleiben und an Ort und Stelle einen Platz für die Übernachtung suchen oder noch ein Stückchen (und vielleicht noch ein Stückchen) weiterfahren und nach einem noch besseren Platz Ausschau halten. Oder vielleicht sogar einen der Orte anfahren, die man in mühsamer Recherche vorab zusammengesucht hat.  Weiterlesen

Seitenwechsel. Auf zu neuen Ufern.

Fähre Sassnitz Trelleborg

Das Klappern war weg. Als wir mit unserem geliehenen Wohnmobil in Deutschland aufbrachen, hatte es noch alles übertönt. Teller, Tassen, Töpfe, der ganze Kram, den man so einpackt, wenn man das erste Mal mit dem Wohnmobil verreist und nicht mal weiß, was man davon überhaupt gebrauchen würde. Das Klappern in Schüben und Schränken hinter uns war unüberhörbar, aber je weiter wir uns von unserer Wohnung (und dem Kopfsteinpflaster) entfernten, desto leiser wurde es und desto sicherer waren wir, das es etwas werden könnte mit uns und dem Wohnmobil. Weiterlesen