Drei Wasserfälle, für die es sich lohnt anzuhalten

Naturphänomene, insbesondere solche, die mit Wasser zu tun haben, findet man in Norwegen im Überfluss. Wasserfälle zum Beispiel. Wo man hierzulande kilometerweit fährt, um dann nochmal kilometerweit zu wandern, um überhaupt einen Wasserfall zu Gesicht zu bekommen, der dann mitunter springbrunnenmäßig ein paar Meter das Gestein hinunterplätschert, bietet einem Norwegen dieses Naturschauspiel in allen Formen und Größen fast im Minutentakt. In unserer Naivität hatten wir vor unserer Reise doch tatsächlich eine Reihe von Wasserfällen auf unsere Todo-List gesetzt, um uns dieses Schauspiel bloß nicht entgehen zu lassen.

Vor Ort stellten wir dann schnell fest, dass wir ganz einfach im Vorbeifahren an jedem zweiten Berghang einen für hiesige Verhältnisse beeindruckenden Wasserfall beobachten konnten. In Deutschland hätte jeder einzelne von ihnen den Status einer Sehenswürdigkeit, die man auf keinen Fall verpassen sollte. In Norwegen gehören einen Steilhang hinabstürzende Wasserkaskaden zum normalen Landschaftsbild. Was die Wasserfälle in Norwegen nicht weniger spektakulär macht.

Auf unserem Trip durch Norwegen mussten wir immer wieder anhalten und aussteigen um die hinabstürzenden Wassermassen in Ruhe und aus der Nähe zu betrachten. Es folgen drei Wasserfälle, die einen Besuch wert und leicht zu erreichen sind. 

Svandalsfossen

Der Svandalsfossen ist zwar direkt an der Hauptverkehrsstraße auf der Ryfylke Landschaftsroute nahe Sauda gelegen, aber dennoch wirkte er auf uns vom Auto aus betrachtet eher unscheinbar. Bei unserem Besuch schien sich auch niemand sonst für den Svandalsfossen zu interessieren und so hatten wir den Wasserfall ganz für uns allein. Über schnörkellose und industriell anmutende Stahltreppen kann man den Svandalsfossen hinauf- und hinabsteigen bis hinunter zu seiner Mündung in den Saudafjord. Beim Aufstieg wurden aus den Stahltreppen bald wackelige Steine, die uns noch weiter nach oben und ganz nah heran an den Wasserfall führten. Die Einsamkeit und die vielen Treppen und Stiege, die uns ganz nah heranbrachten an die tosenden Wassermassen und immer wieder neue Perspektiven eröffneten, machen den etwa 180 m hohen Svandalsfossen zu einem besonderen Erlebnis.



Låtefossen

Der Låtefossen ist ein beeindruckender Wasserfall, 20 km südlich von Odda gelegen, an der Hardanger Landschaftsroute. Dieser Wasserfall liefert ein typisch norwegisches Fotomotiv: aus mehr als 150 m Höhe stürzt das Wasser als Zwillingswasserfall hinab und rauscht dann unter einer Brücke entlang in den Grønsdalslona, der sich neben der Straße durch das Tal schlängelt. Ein Naturschauspiel, das man in Deutschland wohl kaum wiederfinden wird – in Norwegen fährt man direkt mit dem Auto daran vorbei und muss nur kurz auf dem Parkplatz aussteigen, um diesen Anblick genießen zu dürfen.


Tvindefossen

Der Tvindefossen bei Voss ist eine überaus beliebte Sehenswürdigkeit. Dementsprechend ist der Wasserfall erschlossen. Im Vergleich zu den anderen beiden hier beschriebenen Wasserfällen, versprüht der Tvindefossen eine gewisse Disneyland-Atmosphäre. Was den Anblick des mehr als 100 m in die Tiefe stürzenden Wassers nicht weniger imposant macht. Auch hier steht und staunt man minutenlang.

Ganz anders die vielen Touristen, die von Reisebussen im Minutentakt auf dem Parkplatz an die frische Luft gelassen werden, um ein paar Schnappschüsse zu machen. Über den fein geharkten Weg marschieren sie einmal bis zum Fuß des Tvindefossen (ein Schild lässt den Besucher ganz genau wissen, bis wohin er gehen darf und welche Rasenfläche lieber nicht betreten werden sollte). Dann wird geknipst und es geht schnurstraks zurück zum Bus. Bei unserem Besuch war sogar die obligatorische asiatische Reisegruppe vor Ort, um das Sightseeing-Klischee vollends zu erfüllen. Dennoch: wer in der Nähe ist, sollte sich den spektakulären Tvindefossen nicht entgehen lassen.


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