Eine kleine Auszeit in Kopenhagen

Kopenhagen ist entspannt, Kopenhagen liegt am Meer, Kopenhagen ist grün. Und es vereint minimalistisches dänisches Design und jahrhundertealte Geschichte. Wir wussten schon vor unserer ersten Reise 2014, dass es gut werden würde mit uns und der dänischen Hauptstadt. So gut, dass wir schon 2015 während unseres Ostseeurlaubs für einen Tagesausflug wiederkamen. Und so gut, dass wir dieses Jahr nicht lange überlegen mussten als es um ein passendes Ziel für einen Städtetrip im Frühjahr ging. Inzwischen fehlt uns noch Kopenhagen in der Weihnachtszeit. Aber das kommt bestimmt.


In Kopenhagen gibt es unzählige Möglichkeiten zu frühstücken. An jeder Straßenecke warten Cafés auf Besucher, die weitaus interessanter und abwechslungsreicher sind, als wir es von zu Hause kennen. Hinzu kommen die vielen Bäckereien, die neben Brot und Brötchen unzählige, meist süße Teilchen anbieten. Unseren ersten Morgen begannen wir mit süßen Teilchen aus der Meyers Bageri. Während wir in unserer Küche Kanelsnegle, Spandauer und Scones aßen, vergaßen wir die Zeit und waren bereits vollkommen angekommen.

Zu Hause erreichte das Wetter längst die 30 Gradmarke. Den Frühling hatte ich verpasst oder wurde er viel zu schnell vom Sommer abgelöst? In Kopenhagen erlebten wir viele Sonnenstunden bei 22 Grad, immer mit einem leichten Windhauch vom Meer. Straßenzüge mit blühendem Flieder holten uns den Frühling zurück.

Im Hay House durfte Jordan mit. In grau. Weil ich fand, dass sie gut in das heimische Bad passen würde. Bei Plint nahm ich, ebenso fürs Bad, den konservierten Duft von Pinien mit. Für mehr Ordnung und Struktur sorgen nun zwei Aufbewahrungssäcke, wie ich sie in unserer Unterkunft sah. Im Magasin du Nord kam ich an den Aesop Produkten nicht vorbei. Jahrelang nutzte ich eine peelende Seife, nun begleitet mich ein neuer Duft. Die passende Handcreme steht nun auch bereit.

Zwischendrin führte unser Weg vorbei an der Torvehallerne. Kein Geheimtipp aber für den kleinen Hunger zwischendurch und auch einfach nur zum Schlendern ein guter Ort. Wir aßen bei Grød ein Daal mit Kirschtomaten, Koriander, gesalzenen Mandeln und Skyr, Porridge mit Äpfeln, Nüssen und Karamell und tranken zur Erfrischung hausgemachte Ingwerlimonade. Ich erinnerte mich an das Grød Kochbuch das zu Hause auf dem Bücherstapel lag und wollte das Daal alsbald nachkochen. Baristaliebhaber finden bei The Coffee Collective erstklassigen Kaffee.

Im Botanischen Garten, der mehr Park als Garten ist, verbrachten wir entspannte Stunden zwischen Einheimischen und Touristen. Ein grüner Ruhepol mitten in der Stadt. Für einen Besuch klemmt euch eine Decke unter den Arm und greift nach einem gut gefüllten Picknickkorb. Hier könnt ihr ewig verweilen. Wenn ihr das nicht vorhabt, weil die Zeit rennt, dann schnappt euch aber zumindest Gläser und eine Flasche Wein und genießt für einen Schluck diesen Ort. Schaut auch unbedingt im Palmenhaus mit seinen tropischen Temperaturen vorbei, soviel Grün wie hier sahen wir selten.

Wer Kopenhagen zum ersten Mal erkundet, für den lohnt sich der Weg zum Nyhavn allemal. Wir aber striffen diesen Touristenmagnet nur auf dem Weg zum Papirøen. Mittlerweile gibt es nun auch die Brücke, die die zwei Seiten miteinander verbindet. Bei unserem letzten Besuch sind wir als Fußgänger im abendlichen Kopenhagen verzweifelt – lang und umständlich war der Weg auf die andere Seite des Hafens. Die Brücke, wie uns ein Taxifahrer erzählte, wird von den Kopenhagenern als „Kissing Bridge“ bezeichnet, weil das Mittelstück beweglich ist, um Schiffen die Durchfahrt zu ermöglichen. Wegen Verzögerungen beim Bau standen sich die beiden Enden der Brücke über Jahre hinweg gegenüber und wollten nicht so recht zueinander finden.

Am Schauspielhaus saßen wir mit Bier und Wein am Wasser, beobachteten Schiffe und schauten den schönen Dänen hinterher. Wir verfolgten das Treiben auf der anderen Hafenseite, wo auf Papirøen tagein tagaus ein Street Food Market auf Besucher wartet. Die kommen reichlich und versuchen einen der Liegestühle am Kai zu ergattern, nachdem sie sich drinnen für einen der unzähligen Stände entscheiden mussten. Wir warten bis es Abend wird. Dann leeren sich die Hallen und die Schlangen werden etwas kürzer.

Anderswo in Kopenhagen schieben sich zu Stoßzeiten die Touristen durch die Einkaufsstraßen. Ganz anders auf dem Schlossplatz von Amalienborg, der Residenz der dänischen Königsfamilie. Wann immer wir dort waren, verloren sich nur ein paar Dutzend Besucher auf dem großen Platz und wir konnten in Ruhe den Blick von der imposanten Kuppel der Frederikskirche über Amalienborg bis hinüber auf die andere Hafenseite zur Oper schweifen lassen.


Eigentlich sollte es nur ein kurzer Abendspaziergang zur Kalvebod-Brücke werden. Wir ließen uns treiben. Gingen zu Fuß, den Menschenmassen nach. Bogen in unbekannte Straßenzüge ab und entdeckten. Altes und Neues. Fühlten uns daheim. Und kamen immer wieder ans Wasser.


1 Kommentare

  1. Sehr schöne Eindrücke. Letztes Jahr war ich auch ein paar Tage in Kopenhagen, allerdings hat es nur geregnet, deshalb habe ich keine allzu tollen Erinnerungen an die Stadt. Der Botanische Garten sieht aber toll aus, auf den sind wir gar nicht gekommen. Vielleicht kriegt Kopenhagen ja doch nochmal eine Chance. 🙂

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