Es dampft & zischt – auf dem Rand des Vulkans

Wir sind inzwischen fast eine Woche auf Island. Das Grau der Geröllfelder und das Gelb der Wiesen ist dem Weiß von Eis und Schnee gewichen. Es ist der 6. November und der Winter hat die Insel fest im Griff. Auch den Mývatn. Schneebedeckte Krater umgeben uns und immer wieder sehen wir Dampf aufsteigen. Der Mývatn-See selbst friert selten zu – wegen der vielen heißen Quellen am und um den See. Auf unserer Bucket List hatten wir so viele interessante Orte am Mývatn, dass wir von vornherein zwei Tage eingeplant haben, um uns die Gegend anzusehen.

Für unseren zweiten Tag am See hatten wir uns vorgenommen genau dahin zu fahren, wo der Dampf aufsteigt. Dafür verantwortlich ist das Krafla-Vulkansystem, welches die Landschaft am Mývatn prägt. Die letzte Ausbruchsserie, das so genannte Krafla-Feuer liegt gerade mal etwas mehr als 30 Jahre zurück. Der viele heiße Dampf ist also weit mehr als eine harmlose Kulisse für Touristen.

Vorbei an den dampfenden Schloten des Geothemalkraftwerks, das sich die vulkanische Aktivität zu Nutze macht, fahren wir über eine schmale Straße zum Víti-Kratersee hinauf. Auf dem kleinen Parkplatz steht nur ein weiteres Auto. Der Wind rüttelt am Mietwagen – das könnte kalt werden. Víti heißt „Hölle“ was wohl auf die Entstehung bei einer Ausbruchsserie im 18. Jahrhundert zurückgeht.

Wir wagen uns aus dem Auto heraus – vom Rand des Kraters können wir kilometerweit blicken – auf den Mývatn und die umliegende Kraterlandschaft. Im Krater steht tiefblaues Wasser auf dem dicke Eisschollen treiben. Der eisige Wind zerrt an uns und es fällt schwer, ein Foto zu machen. Die Sonne sorgt dafür, dass wir es noch ein paar Minuten länger am Kraterrand aushalten.

Von einer Mondlandschaft begeben wir uns gleich in die nächste. Direkt an der Ringstraße liegt Hverir, ein Solfatarenfeld. In der Ebene am Fuß des Námaskarðpasses brodelt, dampft und zischt es. Schon aus großer Entfernung sehen wir weiße dichte Wolken aufsteigen. Auf abgesteckten Wegen schlängeln wir uns an unzähligen Schlamm- und Rauchtöpfen vorbei, die eine schwer zu beschreibende Anziehungskraft bergen. Wir stehen lange vor den rauchenden Schloten und blubbernden Schlammlöchern, aber es fällt schwer sich vorzustellen, welche Kräfte unter uns wirken, damit überall um uns herum die Erde dampft.

Im Hverir vergessen wir die winterlichen Temperaturen und haben stattdessen ein bisschen mit dem Sulfat-Geruch und den Bodenverhältnissen zu kämpfen. Der aufgeweichte Matsch bleibt an unseren Schuhen kleben und im Laufe unseres Rundgangs wachsen wir um einige Zentimeter und schleppen kiloschwere Matschklumpen an unseren Füßen mit uns herum.

Einishus-Cottages in Laugar

Wir kurven noch ein bisschen um den Mývatn herum und entscheiden uns dann, zurück nach Laugar zu unserer Unterkunft zu fahren. Dort haben wir eine Hütte mit einem kleinen Extra gemietet. Die Hütte an sich ist zeitgemäß und pragmatisch eingerichtet. Das Extra befindet sich davor. Neben einer kleinen Terrasse hat jedes der Einishus-Cottages einen kleinen beheizten Außenpool. Das müssen wir natürlich ausprobieren und ziehen uns bei einer Außentemperatur von -10°C die Badesachen an. Im Vergleich zum Bad im Landbrotalaug ist das natürlich sehr viel komfortabler, kommt aber vermutlich nicht an das Mývatn Nature Bath, die Alternative zur Blue Lagoon, heran, für dessen Besuch wir leider nicht genug Zeit eingeplant hatten.

Wo außerhalb des kleinen Ortes Laugar, sehr ruhig gelegen
Was unterschiedlich ausgestattete Cottages für 2-6 Personen und beheiztem Pool
Wer Einir und Guðfinna betreiben die Cottages, getroffen haben wir sie nicht, aber die Schlüsselübergabe verlief unkompliziert.

alle Details auf der Website der Einishus-Cottages

Die Basics zu unserer Islandreise – Route, Mietwagen, Ausrüstung, Anreise und Wissenswertes über Island haben wir in diesem Beitrag zusammengefasst.

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