Kullens Fyr – stürmisch, kalt und rau

Montagmorgen. 7:05 Uhr. Weckerklingeln. Zeit zum Aufstehen! Wenn das mal kein Urlaubsfeeling ist. Einmal will man noch ans Wasser, die Ostsee und die Wellen sehen, bevor man die Sandhammaren hinter sich lässt. Es ist kühl und das morgendliche Bad verschiebt man lieber auf ein andermal. Unverrichteter Dinge schleicht man zum Wohnmobil zurück und beschwichtigt sich mit Ausreden: zu kalt, die gefährliche Strömung und der (kaum vorhandene) Zeitplan, den es unbedingt einzuhalten gilt.

Nach dem Frühstück brechen wir auf Richtung Westen. 2,5 h Fahrt liegen vor uns. Ab Malmö geht es nordwärts. Der Himmel verfinstert sich. Erst nieselt es, dann regnet es Bindfäden. Beste Vorraussetzungen für eine kleine Wanderung. Nein wirklich. Im Ernst. Es gibt Ziele, die ihr ganzes Potential als Sehenswürdigkeit erst bei miesem Wetter entfalten.

Der Kullens Fyr, ein Leuchtturm an der nordwestlichen Spitze der Halbinsel Kullen, gelegen auf dem gleichnamigen Kullaberg, ist so ein Ort. Durch seine Lage auf einem Hügel ist der Leuchtturm selbst nur 15 m hoch und bei Sonnenschein und ruhiger See, wirkt der Kullens Fyr eher idyllisch. Bei unserer Ankunft auf dem fast leeren Parkplatz peitscht der Regen und als wir den kleinen Anstieg zum Leuchtturm hin hinaufsteigen, kommen Böen hinzu.

Von einem Aussichtspunkt blicken wir, verkrochen in unsere Kapuzen auf den imposanten Wellengang und die steilen Klippen. Wir erkennen in ein paar hundert Metern Entfernung einen kleinen Ausguck, der von oben aussieht, als würde ihn das Meer jeden Augenblick unter sich begraben. 50% unserer Reisegruppe bekommen leuchtende Augen – da müssen wir hin.

Auf dem Weg hinab gibt es immer wieder Abzweigungen zu Höhlen und anderen Rundwegen. Über verschlungene Pfade, die teils in die Klippen gehauen sind, kann man sich nicht satt sehen am Meer und kommt ihm Minute für Minute näher. Auf dem letzten Wegstück wird es einsam bei diesem Wetter und für jeden Meter Geländer zum Festhalten ist man dankbar. Als wir am Ausguck ankommen, sind wir dem Meer ganz nah. Wir verstehen unser eigenes Wort nicht mehr, der Wind zerrt an uns, von oben versucht der Regen uns aufzuweichen und wir beobachten, wie sich die Wellen an den Felsen brechen. Perfekte Bedingungen für einen Ausflug zum Kullens Fyr.

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