Wellen und Granit – Stångehuvuds Naturreservat

Zum Meer gehört immer auch ein langer, schier endloser Sandstrand. Als jemand, der in Sachen Meer mit Urlaub an der Nordsee und omnipräsenten Traumstränden im Fernsehen sozialisiert wurde, habe ich, wenn ich ans Meer denke, genau diese Bilder vor meinem geistigen Auge.

Die Westküste Schwedens in der Provinz Bohuslän bedient solche Klischees keineswegs. Wo immer man ans Wasser kommt, erblickt man die runden Schärenfelsen. Sie prägen die Küste. Und es gleicht kein Felsen, kein Schärengarten, dem anderen.

Wir waren jedes Mal von neuem beeindruckt von den sich auftürmenden Felsen und der ungewohnten Ästhetik der rundlichen, nie schroff aufragenden Schären.

Eine Wanderung durch die Schären eskaliert selten zu einem stundenlangen Gewaltmarsch. Denn oft liegen die Schärengärten in unmittelbarer Nähe zu Küstenorten und sind leicht erreichbar – so wie das Stångehuvuds Naturreservat in Lysekil.

Das Naturreservat beginnt direkt am Ortsrand von Lysekil. Unvermittelt befanden wir uns in einer Art Mondlandschaft – umgeben von den sich auftürmenden rundlichen roten Granitfelsen. Hinter jeder Schäre ergab sich eine neue Perspektive, ein neues Fotomotiv. Durch Licht und Schatten schien der Granit von Minute zu Minute die Farbe zu wechseln.

Über Treppen steigt man auf die Felsen hinauf und von überall hat man freien Blick aufs Meer. An den Schären brechen sich die Wellen und im Minutentakt laufen Schiffe aus dem nahegelegenen Hafen aus. Für den kurzen Rundweg haben wir sicher zwei Stunden gebraucht. Einen Großteil der Zeit haben wir damit verbracht uns an Wellen und Granit satt zu sehen.

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