Pellworm – Die grüne Insel im Watt

Hinter Husum nehmen wir den Abzweig Richtung Nordstrand. Die Häuser am Wegesrand werden immer weniger und wir haben das Gefühl, dass auf der Fahrt zum Fähranleger die Natur langsam aber sicher die Oberhand gewinnt. Als wir dort ankommen, gibt es nur noch eine Straße – um uns herum nur Deich und das Wattenmeer. Auf der Fähre suchen wir uns einen Platz auf dem Sonnendeck. Von dort aus können wir am besten beobachten, wie die Fähre bei Niedrigwasser den Priel entlangschippert und das Festland langsam hinter sich lässt.

Nach ein paar Minuten Fahrt erblicken wir schon den Pellwormer Leuchtturm. Auch wenn die Überfahrt nur 45 Minuten dauert – wir spüren sofort, dass das Inselleben nicht mit dem auf dem Festland vergleichbar ist. 1.100 Menschen leben auf der Insel – jeder kennt jeden und auch wenn die Fähre inzwischen unabhängig von Ebbe und Flut zwischen Festland und Pellworm pendelt, scheint das Leben auf der Insel sich viel mehr am Rhythmus der Natur zu orientieren als anderswo. 

Pellworm ist klein. Nur 6 mal 7 km misst die Insel, aber wir sind weit davon entfernt, uns eingeengt zu fühlen. Kilometerweit schweift der Blick über Wiesen und Felder bis zur nächsten Warft und hinter dem allgegenwärtigen Deich, der die komplette Insel umgibt, wartet stets die Weite des Watts oder die Nordsee.

Pellworm ist grün. Kühe weiden auf sattgrünen Wiesen. Die Wege auf und neben dem Deich teilen wir uns mit unzähligen Schafen, von denen wir auf Pellworm deutlich mehr als Menschen sehen.

Pellworm ist eigen. Die Touristen, die wir hier Ende September treffen, können wir an einer Hand abzählen, es gibt keine Sandstrände oder Strandpromenaden. Dennoch sind wir uns sofort sicher, dass wir wiederkommen werden. Der Herbstnebel, der sich morgens über die Wiesen legt, die Ruhe, die die Insel versprüht und das Watt, dass sich von Minute zu Minute verändert mit seinen in der Ferne aufragenden Halligen, machen Pellworm für uns zu einem ganz besonderen Ort.

An einem kleinen Weg inmitten einer Schafweide direkt hinter dem Deich liegt unser Ferienhaus. Der alte reetgedeckte Friesenhof mit seinen zwei Lofts ist von einem großen Grundstück und kleinen Teichen umgeben. Das nächstgelegene Haus kann man in der Ferne nur erahnen.

Wir bewohnen das Nordloft. Bis zu sechs Personen finden hier Platz. Dass wir nur zu zweit hier sind, stört nicht. Wir fühlen uns trotz der Weitläufigkeit keineswegs verloren. Im Erdgeschoss befinden sich ein großzügiges Badezimmer, ein Schlafzimmer und ein offener Wohn- und Essbereich mit Küche. Unseren Schlafbereich mit offenem Bad finden wir im Dachstuhl. Jeden Morgen werden wir von den Geräuschen der Natur, die sich vor dem offenen Fenster abspielen, geweckt. Noch vor dem ersten Kaffee beobachten wir vom Bett aus den Morgennebel und die aufgehende Sonne. Haben wir den ersten Fuß unter den warmen Laken hervorgesteckt und auf den kalten Boden gesetzt, führt der Weg unter die Dusche. Und während von oben warmes Wasser auf uns prasselt, schauen wir durch das Fenster den Schafen beim Weiden zu. Und andersherum. Ohne das Haus in den frühen Morgenstunden verlassen zu haben, fühlen wir uns der Natur ganz nah.

Bei schönem Wetter erkunden wir die Insel mit dem Rad, die uns Momme von Holdt bis vor die Tür liefert. Auf dem Radweg umrunden wir die Insel, passieren eine Schafherde nach der anderen, verweilen auf einer der vielen Bänke auf der Deichkrone, essen Rosinenstuten von der Bäckerei Cornilsen, beobachten die Gezeiten und machen einen Halt bei der Inselkäserei.

Bei schlechtem Wetter feuern wir den Kamin an oder sitzen auf der Fensterbank und lesen ein Buch, unser Blick schweift immer wieder durch die vielen großen Fenster nach draußen. Im Wellnessbereich, der nur ein paar Schritte über den Hof entfernt liegt, heizen wir die Sauna für den Abend vor und entspannen dort mit Blick auf den Teich oder direkt auf der Holzterasse.

Wir haben Gefallen gefunden am Leben auf Pellworm und sind uns ganz sicher – wir kommen wieder.

3 Kommentare

  1. Christian Cornilsen

    Gut gemacht.
    Ja ich als Pellwormer kann bestätiegen so ist Pellworm.
    So ist das besondere.
    Bei uns auf der Insel zur Ruhe finden.

  2. Dieter Krogh

    Wunderschöne Bilder. Als langjähriger Pellworm-Gast kann ich nur bestätigen, dass, wer Ruhe sucht und abschalten will, dies auch tun kann.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.