Seitenwechsel. Auf zu neuen Ufern.

Fähre Sassnitz Trelleborg

Das Klappern war weg. Als wir mit unserem geliehenen Wohnmobil in Deutschland aufbrachen, hatte es noch alles übertönt. Teller, Tassen, Töpfe, der ganze Kram, den man so einpackt, wenn man das erste Mal mit dem Wohnmobil verreist und nicht mal weiß, was man davon überhaupt gebrauchen würde. Das Klappern in Schüben und Schränken hinter uns war unüberhörbar, aber je weiter wir uns von unserer Wohnung (und dem Kopfsteinpflaster) entfernten, desto leiser wurde es und desto sicherer waren wir, das es etwas werden könnte mit uns und dem Wohnmobil.

Von Sassnitz auf Rügen nahmen wir die Fähre nach Trelleborg ganz im Süden Schwedens. Immer entlang der Ostsee fuhren wir unserem ersten Ziel entgegen, den Sandhammaren.

2011 waren wir schonmal dort gewesen. Der erste Schwede, den wir damals trafen, hatte uns eine Übernachtung in seinem Baumhaus angeboten. Wir lehnten ab und zelteten lieber unwissend und unerlaubt in den Dünen. Die ganze Nacht prasselte der Regen unerbittlich auf unser Zelt, bis sich im Morgengrauen die ersten Pfützen bildeten und wir aufgaben.

Der lange Sandstrand, die Düne, die Unaufgeregtheit dieses Ortes hatten uns hergelockt. Nun waren wir wieder hier und das Klappern war weg.

Von unserem Stellplatz bis zum Strand sind es nur zwei Minuten zu Fuß. Mit unserem Frühstück in der Düne sitzend, beobachten wir am Morgen hartgesottene Schweden beim Baden und in der Ferne ein mächtiges Gewitter über dem Meer.

Zurück am Wohnmobil werden wir mit den Härten eines inoffiziellen Stellplatzes konfrontiert. Warmes Wasser – ja. Strom für den Fön – Fehlanzeige. Wir setzen all unsere Hoffnung in die Kraft der Heizlüftung und machen uns auf den Weg nach Kåseberga. Bei unserer Ankunft sind ihre Haare getrocknet und die spitzen Klippen des fönlosen Reisens scheinen erstmal umschifft zu sein.

In Kåseberga hat der Wind das Sagen. Wir möchten uns die größte Schiffssetzung Schwedens ansehen, Ales Stenar. Wir wandeln auf der kahlen Wiese zwischen den mehr als 50 Findlingen von Ales Stenar, die direkt an der Ostsee vor über 1.000 Jahren aufgereiht wurden. Je mehr wir uns der Klippe nähern, desto stärker die Böen. Es fällt schwer, ein Foto zu machen. Trotz des Windes strahlt der Ort Ruhe aus. Die wenigen Besucher verlieren sich auf dem Hügel zwischen den Steinen.




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