Steile Küste, schwarzer Strand – Snæfellsnes

Ein und derselbe Ort können in Island ganz anders aussehen, wenn sich das Wetter ändert. Und das Wetter ändert sich oft. Bei unserer Ankunft auf Snæfellsnes sahen wir gerade so die Hand vor Augen. Am nächsten Morgen ist der Himmel klar und wir erkennen, dass nur ein paar Kilometer von uns entfernt der Snæfellsjökull-Gletscher, eines der Wahrzeichen Islands, aufragt.

Zuerst zieht es uns aber Richtung Atlantik. Immer an den steilen schwarzen Klippen entlang windet sich ein vier Kilometer langer Küstenwanderweg nach Hellnar, der hinter jeder Biegung eine neue spektakuläre Klippe bereithält. Das Meer hat sich tief in die Küste hineingegraben, an einer anderen Stelle überspannt ein schmaler begehbarer Felsbogen den Atlantik.

Kurz nachdem wir in Arnarstapi aufgebrochen sind, werden wir auf eine Abzweigung von der Hauptstraße aufmerksam. Eine Hochgebirgsstraße (F-Straße) führt direkt zum Snæfellsjökull-Gletscher. Genaugenommen ist die Straße jetzt gesperrt – zumindest interpretieren wir das Hinweisschild so. Andere Autofahrer scheinen sich wegen des Schilds keine Gedanken zu machen. Auch wir folgen der F-Straße ein Stück. Auf einem Parkplatz halten wir und betrachten die schneeweiße Spitze des Gletschers. Vor ein paar Minuten standen wir noch am Atlantik, jetzt fühlen wir uns ins Hochgebirge und in den Winter versetzt. Über einen schmalen Pfad und überfrorene Steine klettern wir zur Songvellir-Höhle – einem kleinen Felsvorsprung, der für seine Akkustik bekannt ist.

Am Abend wartet in Grundarfjörður die nächste Unterkunft auf uns. Für die 70 Kilometer Strecke haben wir den ganzen Tag Zeit. Und die nehmen wir uns. Wir fahren immer weiter Richtung Westen zur Spitze der Halbinsel, danach an der Ostküste zurück ins Landesinnere. Die Region ist menschenleer mit Ausnahme von ein paar Touristen, die wie wir an den vielen Parkplätzen und Haltebuchten stoppen, um sich kurz darauf in der Gegend zu verlieren. Wir erkunden das Lavafeld bei den Felsnadeln von Lóndrangar und halten am Djúpalónssandur, einem schwarzen Strand an dem man noch heute die Überreste eines vor 70 Jahren gestrandeten Fisch-Trawlers finden kann. Von fast überall haben wir an diesem Tag freien Blick auf den Snæfellsjökull, der über Snæfellsnes zu thronen scheint.

Die Basics zu unserer Islandreise – Route, Mietwagen, Ausrüstung, Anreise und Wissenswertes über Island haben wir in diesem Beitrag zusammengefasst.

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