Stenhuvuds Nationalpark

Nationalparks in Schweden sind ein bisschen anders. Wie hierzulande ist auch in Schweden alles ganz genau ausgeschildert und auf zahlreichen Infotafeln können sich Hobbyornithologen und Botaniker mit wichtigen Sachinformationen eindecken – das ist nicht jedermanns Sachgebiet und gilt auch für uns.

Anders als in Deutschland hat man aber das Gefühl, dass die schwedischen Nationalparks auch dafür gedacht sind, dort tatsächlich Zeit zu verbringen. Überall laden Bänke dazu ein, anzuhalten und sich umzuschauen. Es gibt Feuerstellen, Strände zum Badengehen, Grill- und Zeltplätze.

So haben wir es nicht nur im Stenhuvuds Nationalpark erlebt. Er ist nicht besonders groß und trotzdem findet man dort auf kleinem Raum dunkle Wälder, Hügel, Weiden, lange Strände und Meer. Der Park befindet sich direkt an der Ostsee im Südosten Schwedens. Die 45 Minuten Autofahrt von den Sandhammaren zum Nationalpark führen an der Ostsee entlang und vorbei an vielen Apfelplantagen, die typisch für die Region sind. Trotz gutem Wetter waren Ende August nur relativ wenige Besucher dort.

Wir entschieden uns für einen der vielen Rundwege. Gerade liefen wir noch an einer Weide vorbei und plötzlich stehen wir unvermittelt am Ostseestrand. Wir können kilometerweit den schmalen Strandstreifen entlangblicken, der mit dem Wellengang und dem direkt angrenzenden Wald irgendwie exotisch wirkt.

Der Rundweg verläuft parallel zur Ostsee und wir müssen immer wieder balancieren, um weiter voranzukommen. Auch so eine Besonderheit in schwedischen Nationalparks: auf ausgeschilderten Wegen geht es nicht selten über Stock und Stein. Wir kommen an einem kleinen Leuchtturm vorbei, der einsam seinen Dienst tut. Kurz darauf wirkt die Umgebung schon wieder ganz anders – wir laufen durch einen dichten Wald und durchqueren auf schmalen Bolen ein Moor.

Die größte Attraktion im Nationalpark, einen Aussichtspunkt 100 Meter über der Ostsee, lassen wir aus und haben dennoch in der Kürze der Zeit sehr viel gesehen.



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