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Durch Eis und Schnee zum Mývatn

Der Blick aus dem großen Panoramafenster unserer Hütte war verheißungsvoll: Direkt davor lag ein halber Meter Schnee und der Jeep unseres Hüttennachbarn hing weiterhin friedlich auf einem Stein im Tiefschnee fest. Weiter den Hang hinab lag die Ringstraße vor uns, über die hin und wieder mal ein Auto oder LKW fuhr. Ganz unten lag ruhig der Eyjafjörður-Fjord in der Wintersonne und am anderen Ufer ragten steil schneebedeckte Berge auf. Hätten wir uns vor unserer Reise den isländischen Winter ausmalen müssen, wäre uns wohl nichts klischeebeladeneres eingefallen.

Vor uns sollte, das wussten wir am Morgen noch nicht, der kälteste Tag unserer Reise liegen. Unsere nächste Unterkunft war nur 45 Autominuten entfernt, aber wir hatten uns vorgenommen, den Tag nicht im Auto oder einer warmen Hütte zu verbringen sondern uns den Winter aus nächster Nähe anzuschauen. Entsprechend dick packten wir uns ein, bevor wir aufbrachen. Weiterlesen

Wintereinbruch in Siglufjörður

Siglufjörður hatte es auf unsere Reiseroute geschafft, weil wir zwischen Snæfellsnes und Mývatn einen Zwischenstopp brauchten. Gelesen hatten wir von der kleinen Stadt ganz im Norden Islands in einem Reiseblog. Von einer ganz besonderen Stimmung ist darin die Rede. Ob so eine Stimmung auf einen selbst übertragbar ist, weiß man ja vorher nie so genau. Die Fakten zu Siglufjörður lesen sich erstmal nüchtern: 1.200 Einwohner, 40 Kilometer nördlich vom Polarkreis gelegen und einst bekannt für die Heringsfischerei, zu der es ein Museum zu besichtigen gibt.

Als wir im Dunkeln in Siglufjörður ankommen, erwartet uns ein schmuckloser Ort mit vielen schlichten Wellblechhäusern. Auch unsere Unterkunft sieht von außen weniger einladend aus, als sie sich später von innen entpuppt. In Siglunes Guesthouse fallen wir in unsere Betten und ein Teil von uns macht fast die ganze Nacht kein Auge zu.

Der Wetterbericht ist Schuld daran. Wir warten auf den Winter, der in der Nacht über Siglufjörður hereinbrechen soll. Und tatsächlich: es beginnt zu schneien und es hört so schnell nicht wieder auf. Am nächsten Morgen hat sich eine dicke Schneedecke über den Ort gelegt. Ganz plötzlich waren wir im isländischen Winter angekommen und wir hätten uns keinen besseren Ort oder Zeitpunkt dafür vorstellen können. Weiterlesen

Zwischen Grachten und Giebelfassaden – 3 Tage Amsterdam

Das zweite Mal Amsterdam. Zum zweiten Mal schlendern wir stundenlang an den Grachten entlang ohne echtes Ziel, ohne lange Bucketlist von Dingen, die man unbedingt gesehen haben muss. Denn Amsterdam ist anders als andere Metropolen Europas. In London, Paris, Rom und anderswo gibt es die großen Fixpunkte, die Orte die jeder kennt und die auf jeder Postkarte erscheinen, Orte die alles überstrahlen und stellvertretend für eine ganze Stadt stehen. Amsterdam besteht aus vielen kleinen Puzzelstücken, die sich zu einem Gesamteindruck zusammenfügen, der sich nicht an einem bestimmten Ort festmachen lässt.

Wir lassen uns durch das enge Grachten- und Straßengewirr treiben – schauen mal auf die Straßenzüge mit ihren unnachahmlichen Häusern, die mal mehr mal weniger schief, schmal und steil emporragen, oder wenden den Blick dem Wasser zu, dass uns in der Innenstadt fast immer umgibt und wo sich ein Hausboot an das nächste reiht. Weiterlesen

Ein Tag auf der Ringstraße

Als wir in den Flieger nach Reykjavík stiegen, hatten wir eine lange Liste von Orten, die wir uns ansehen wollten, in unserem Notizbuch. Die einzelnen Etappen unserer Reise waren grob durch die gebuchten Übernachtungen abgesteckt. Was zwischen einer Unterkunft und der nächsten passieren sollte, stand noch nicht fest. Beim Planen der Route vor Ort stellte sich dann eine gewisse Routine ein: Wie wird das Wetter am nächsten Tag? Müssen wir mit Windböen, Sturm, Regen, Schnee oder anderen Unwägbarkeiten rechnen? Die Island-Wetter-App leistete gute Dienste. Sind alle Straßen, auf denen wir unterwegs sein wollen, passierbar? Auch dafür gibt es eine zuverlässige App, die uns anzeigte, mit welchen Straßenverhältnissen zu rechnen war. Und schließlich: Liegt ein Hotpot auf unserem Weg, den wir besuchen sollten? Hotpoticeland.com brachte Licht ins Dunkel.

Nach einer halben Woche Island stellten wir fest: unsere Hotpot-Premiere war inzwischen mehr als überfällig. Trotz unseres geplanten Tagespensums – von Grundarfjörður bis Siglufjörður lagen, Zwischenstopps eingerechnet, sieben Stunden Fahrzeit vor uns – wollten wir den Landbrotalaug nicht auslassen. Weiterlesen

Durch Regen und Nebel immer am Fjord entlang

An Tag Zwei beginnt unser Roadtrip strenggenommen erst so richtig. Denn ab Tag Zwei lassen wir uns gewissermaßen von der Ringstraße leiten, um einmal die komplette Insel Island zu umrunden. Die Ringstraße, auch Hringvegur oder Nationalstraße 1 genannt, ist die wichtigste Verkehrsader Islands. Sie verbindet alle wichtigen Orte und ist die am besten ausgebaute Straße. Man findet ausreichend Tankstellen und sie ist ein verlässlicher Ankerpunkt falls man auf einer der Nebenstraßen doch mal die Orientierung verloren haben sollte. Die Ringstraße kennt meistens nur zwei Richtungen und mit einer Autobahn sollte man sie nicht vergleichen. Eher mit einer Landstraße hierzulande. Mit den erlaubten 90 km/h Höchstgeschwindigkeit und den vielen ausgeschilderten Sehenswürdigkeiten lässt sich das Land gut erkunden.

Aber was wäre ein Roadtrip ohne Umwege, Nebenstraßen und die unvermeidlichen Sackgassen? Wir haben uns zweieinhalb Wochen Zeit genommen für Island und möchten die Insel auch abseits der Ringstraße erkunden. Deshalb haben wir für diesen Tag gleich zwei Abstecher – wir haben uns darauf geeinigt, sie nicht „Umweg“ zu nennen – eingeplant. Weiterlesen

Unsere Islandreise beginnt auf dem Golden Circle

Acht Uhr morgens. Draußen ist es stockdunkel, die Höchsttemperatur soll heute fünf Grad betragen und ein paar Regenschauer soll es auch geben. Nichts womit wir an unserem ersten Tag auf Island nicht gerechnet hätten. Bei der Reiseplanung konnte uns keine der vielen dezenten Warnungen, die wir in Blogs, Foren und Reiseführern gefunden hatten, von unserem Plan abbringen: wir hatten uns vorgenommen, Island für zweieinhalb Wochen im November zu bereisen. Von Kälte, Regen, Schnee und Dunkelheit war die Rede. Schlussendlich siegte unsere Neugier – der Roadtrip würde schon nicht zu einer Expedition ins ewige Eis ausarten. Weiterlesen

Die Basics zum Roadtrip – Island im November

Anfang September bekamen wir mit, dass wir uns langsam aber sicher auf ein Urlaubsziel für unseren im Oktober und November anstehenden Jahresurlaub festlegen sollten. Im Frühjahr hatten wir auf Instagram die Stories von Julis Roadtrip verfolgt und seitdem Island als Ziel ins Auge gefasst.

Nachdem wir uns durch einige Reiseberichte und Foren geklickt hatten, stand fest: wir reisen nach Island – egal welches Wetter und wie wenig Tageslicht uns dort im November erwarten würden. Alles andere wäre ein fauler Kompromiss gewesen. Weiterlesen

Pellworm – Die grüne Insel im Watt

Hinter Husum nehmen wir den Abzweig Richtung Nordstrand. Die Häuser am Wegesrand werden immer weniger und wir haben das Gefühl, dass auf der Fahrt zum Fähranleger die Natur langsam aber sicher die Oberhand gewinnt. Als wir dort ankommen, gibt es nur noch eine Straße – um uns herum nur Deich und das Wattenmeer. Auf der Fähre suchen wir uns einen Platz auf dem Sonnendeck. Von dort aus können wir am besten beobachten, wie die Fähre bei Niedrigwasser den Priel entlangschippert und das Festland langsam hinter sich lässt.

Nach ein paar Minuten Fahrt erblicken wir schon den Pellwormer Leuchtturm. Auch wenn die Überfahrt nur 45 Minuten dauert – wir spüren sofort, dass das Inselleben nicht mit dem auf dem Festland vergleichbar ist. 1.100 Menschen leben auf der Insel – jeder kennt jeden und auch wenn die Fähre inzwischen unabhängig von Ebbe und Flut zwischen Festland und Pellworm pendelt, scheint das Leben auf der Insel sich viel mehr am Rhythmus der Natur zu orientieren als anderswo.  Weiterlesen

Eine kleine Auszeit in Kopenhagen

Kopenhagen ist entspannt, Kopenhagen liegt am Meer, Kopenhagen ist grün. Und es vereint minimalistisches dänisches Design und jahrhundertealte Geschichte. Wir wussten schon vor unserer ersten Reise 2014, dass es gut werden würde mit uns und der dänischen Hauptstadt. So gut, dass wir schon 2015 während unseres Ostseeurlaubs für einen Tagesausflug wiederkamen. Und so gut, dass wir dieses Jahr nicht lange überlegen mussten als es um ein passendes Ziel für einen Städtetrip im Frühjahr ging. Inzwischen fehlt uns noch Kopenhagen in der Weihnachtszeit. Aber das kommt bestimmt.


In Kopenhagen gibt es unzählige Möglichkeiten zu frühstücken. An jeder Straßenecke warten Cafés auf Besucher, die weitaus interessanter und abwechslungsreicher sind, als wir es von zu Hause kennen. Hinzu kommen die vielen Bäckereien, die neben Brot und Brötchen unzählige, meist süße Teilchen anbieten. Unseren ersten Morgen begannen wir mit süßen Teilchen aus der Meyers Bageri. Während wir in unserer Küche Kanelsnegle, Spandauer und Scones aßen, vergaßen wir die Zeit und waren bereits vollkommen angekommen. Weiterlesen

Abseits der Fjordidylle – das raue Saudafjell

Warum haben wir uns eigentlich dafür entschieden, mit einem Camper durch Norwegen zu fahren? Was den Camper angeht – das war eher eine Impulshandlung. Im Mai hatten wir immer noch kein konkretes Reiseziel ins Auge gefasst und die Unterkünfte, die uns besoders interessierten, waren da natürlich schon ausgebucht. Nehmen was übrig ist und den Urlaub mit Fliesencouchtisch und Sofalandschaft verbringen, war keine echte Option. Ein Camper war eine schnelle Lösung und versprach Flexibilität. Lange überlegten wir nicht, dann stand fest, dass es unsere erste Reise mit Wohnmobil wird.

Was Norwegen angeht – da waren wir uns lange unsicher. Wir versprachen uns von Nowegen eigentlich nicht das, worauf man immer mit der Nase gestoßen wird – Fjordidylle. Aus den Reiseberichten, die wir lasen und den Erzählungen von Bekannten hörten wir heraus, das Norwegen so viel mehr war: abwechslungsreich, natürlich, ruhig. Einzigartig, aber schwer zu beschreiben. Das war es, was uns nach Norwegen zog. Unser Camper sollte uns an Orte etwas abseits des großen Trubels bringen, die dieses einzigartige Norwegengefühl versprühten.

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