Schlagwort: Roadtrip

Wir rumpeln über vereiste Hochlandpisten und bestaunen schwimmende Eisberge

Wir spüren, dass wir uns den großen Gletschern an der Südküste Islands nähern. Aus dem schmalen Küstenstreifen auf dem die Ringstraße verläuft, sind Ebenen geworden und unser Blick weitet sich. Immer wieder weisen Schilder auf Gletscherzungen hin und wir biegen einfach mal auf gut Glück in der Nähe von Hoffell von der Ringstraße ab. Weiterlesen

Treiben lassen – im Hotpot und auf der Straße

Für uns gehören zu einem Roadtrip auch die Tage an denen wir uns einfach mal treiben lassen. Tage, die nicht von vorn bis hinten durch eine ewig lange Route oder unzählige Stops verplant sind. Nachdem wir am Vorabend das erste Mal Polarlichter gesehen hatten, erwartete uns genau so ein Tag. Vor dem Fenster grüßten dicke Wolken und es würde jeden Moment zu regnen beginnen. Für uns war das eine willkommene Abwechslung. An den vorangegangenen Tagen hatten wir uns an Minusgrade, Eis und Schnee gewöhnt und auch das ein oder andere Mal mit der klirrenden Kälte gekämpft. Im Südosten erschienen uns die 4°C zwar nicht frühlingshaft, aber das veränderte Klima und das zum Greifen nahe Meer brachten Veränderung. Weiterlesen

Eine Hütte im Nirgendwo – wir sehen unsere ersten Polarlichter

Nach einem langen Tag auf der Ringstraße kamen wir an unserer nächsten Hütte an. Die Sonne hatte sich schon lange verabschiedet und gegen 18:30 Uhr war es bereits stockdunkel.

In aller Seelenruhe parkten wir den Mietwagen ab und kümmerten uns um die Bezahlung der Hütte. Die ältere Dame, die uns in Empfang nahm, wollte uns noch etwas mitteilen, aber so ganz kam die Botschaft nicht an. Zurück am Mietwagen und im Begriff unsere Rucksäcke auszuladen, bemerkten wir es. Der Himmel leuchtete und das nicht nur ein bisschen. Nach über einer Woche Island bekamen wir zum ersten Mal Polarlichter zu Gesicht. Und nicht irgendwelche. Später sollten wir erfahren, dass es sich um die Sorte Polarlichter handelte, für die sich wegen ihrer Helligkeit und Intensität auch die Isländer begeistern können. In unserem E-Mail-Postfach fanden wir dazu sogar eine aufgeregte Nachricht von unserem Gastgeber – eine für Isländer eher untypische Geste. Weiterlesen

Von den verschneiten Wasserfällen Dettifoss und Selfoss bis zum Atlantik

Als wir unseren Roadtrip durch Island planten, gab es zwei Tage, an denen wir etwas größere Entfernungen überbrücken wollten. An einem Tag waren wir von Snæfellsnes bis hoch in den Norden nach Siglufjörður gefahren und sind auf unserem Weg dorthin in einen Hotpot gestiegen, haben einen Wasserfall und die Halbinsel Vatnsnes besucht.

Nun stand der zweite dieser Tage an: Vom Mývatn wollten wir es durch Eis und Schnee über Egilsstaðir im Osten bis an die Südküste schaffen. Danach würden nur noch kürzere Etappen auf uns warten und wir Reykjavík wieder näher kommen. Der Tag markierte also so eine Art Wendepunkt auf unserem Roadtrip. Ungefähr die Hälfte unserer Reise hatten wir hinter uns und nach mehreren Tagen im Norden, warteten an der Südküste etwas höhere Temperaturen und weniger Schnee auf uns. Weiterlesen

Es dampft & zischt – auf dem Rand des Vulkans

Wir sind inzwischen fast eine Woche auf Island. Das Grau der Geröllfelder und das Gelb der Wiesen ist dem Weiß von Eis und Schnee gewichen. Es ist der 6. November und der Winter hat die Insel fest im Griff. Auch den Mývatn. Schneebedeckte Krater umgeben uns und immer wieder sehen wir Dampf aufsteigen. Der Mývatn-See selbst friert selten zu – wegen der vielen heißen Quellen am und um den See. Auf unserer Bucket List hatten wir so viele interessante Orte am Mývatn, dass wir von vornherein zwei Tage eingeplant haben, um uns die Gegend anzusehen. Weiterlesen

Durch Eis und Schnee zum Mývatn

Der Blick aus dem großen Panoramafenster unserer Hütte war verheißungsvoll: Direkt davor lag ein halber Meter Schnee und der Jeep unseres Hüttennachbarn hing weiterhin friedlich auf einem Stein im Tiefschnee fest. Weiter den Hang hinab lag die Ringstraße vor uns, über die hin und wieder mal ein Auto oder LKW fuhr. Ganz unten lag ruhig der Eyjafjörður-Fjord in der Wintersonne und am anderen Ufer ragten steil schneebedeckte Berge auf. Hätten wir uns vor unserer Reise den isländischen Winter ausmalen müssen, wäre uns wohl nichts klischeebeladeneres eingefallen.

Vor uns sollte, das wussten wir am Morgen noch nicht, der kälteste Tag unserer Reise liegen. Unsere nächste Unterkunft war nur 45 Autominuten entfernt, aber wir hatten uns vorgenommen, den Tag nicht im Auto oder einer warmen Hütte zu verbringen sondern uns den Winter aus nächster Nähe anzuschauen. Entsprechend dick packten wir uns ein, bevor wir aufbrachen. Weiterlesen

Wir nehmen uns eine Auszeit im Schneegestöber

Valtyr, unser Gastgeber, ließ uns wissen, dass der Schnee vom Vortag der erste des Jahres in Island gewesen war. Während im Süden und insbesondere in Reykjavík noch keine Schneeflocke in Sicht war, hatte es uns zur richtigen Zeit an den richtigen Ort verschlagen. Insgeheim hatten wir auf den Winter gehofft, ihn aber auch ein bisschen gefürchtet. Gehofft, weil wir uns Island im Winter noch einmal ganz anders als Island im Herbst vorgestellt hatten und wenn wir das Land schon im November bereisten, dann wollten wir diese Erfahrung natürlich mitnehmen. Gefürchtet, weil wir nicht wirklich abschätzen konnten, wie sich das Wetter auf Straßen, unser Vorankommen und unsere Reiseroute auswirken würde. Weiterlesen

Wintereinbruch in Siglufjörður

Siglufjörður hatte es auf unsere Reiseroute geschafft, weil wir zwischen Snæfellsnes und Mývatn einen Zwischenstopp brauchten. Gelesen hatten wir von der kleinen Stadt ganz im Norden Islands in einem Reiseblog. Von einer ganz besonderen Stimmung ist darin die Rede. Ob so eine Stimmung auf einen selbst übertragbar ist, weiß man ja vorher nie so genau. Die Fakten zu Siglufjörður lesen sich erstmal nüchtern: 1.200 Einwohner, 40 Kilometer nördlich vom Polarkreis gelegen und einst bekannt für die Heringsfischerei, zu der es ein Museum zu besichtigen gibt.

Als wir im Dunkeln in Siglufjörður ankommen, erwartet uns ein schmuckloser Ort mit vielen schlichten Wellblechhäusern. Auch unsere Unterkunft sieht von außen weniger einladend aus, als sie sich später von innen entpuppt. In Siglunes Guesthouse fallen wir in unsere Betten und ein Teil von uns macht fast die ganze Nacht kein Auge zu.

Der Wetterbericht ist Schuld daran. Wir warten auf den Winter, der in der Nacht über Siglufjörður hereinbrechen soll. Und tatsächlich: es beginnt zu schneien und es hört so schnell nicht wieder auf. Am nächsten Morgen hat sich eine dicke Schneedecke über den Ort gelegt. Ganz plötzlich waren wir im isländischen Winter angekommen und wir hätten uns keinen besseren Ort oder Zeitpunkt dafür vorstellen können. Weiterlesen

Näher kommen wir dem Polarkreis nicht mehr – Siglunes Guesthouse

Siglunes Guesthouse wirkt von außen unscheinbar und fällt im Straßenbild von Siglufjörður, einem ehemaligen Hotspot der Heringsfischerei kaum auf. Drinnen erwartete uns ein mit Blick fürs Detail eingerichtetes Hotel. Kein Zimmer gleicht dem anderen, jedes hat anderes Mobiliar und an den Wänden wird zeitgenössische Kunst einer isländischen Künstlerin ausgestellt. Selbst wer dem Einrichtungsstil mit Retrocharakter nicht so viel abgewinnen kann – die Zimmer wirken durch die vielen Details sehr viel lebendiger als man es aus einem herkömmlichen Hotel gewohnt ist. Weiterlesen

Ein Tag auf der Ringstraße

Als wir in den Flieger nach Reykjavík stiegen, hatten wir eine lange Liste von Orten, die wir uns ansehen wollten, in unserem Notizbuch. Die einzelnen Etappen unserer Reise waren grob durch die gebuchten Übernachtungen abgesteckt. Was zwischen einer Unterkunft und der nächsten passieren sollte, stand noch nicht fest. Beim Planen der Route vor Ort stellte sich dann eine gewisse Routine ein: Wie wird das Wetter am nächsten Tag? Müssen wir mit Windböen, Sturm, Regen, Schnee oder anderen Unwägbarkeiten rechnen? Die Island-Wetter-App leistete gute Dienste. Sind alle Straßen, auf denen wir unterwegs sein wollen, passierbar? Auch dafür gibt es eine zuverlässige App, die uns anzeigte, mit welchen Straßenverhältnissen zu rechnen war. Und schließlich: Liegt ein Hotpot auf unserem Weg, den wir besuchen sollten? Hotpoticeland.com brachte Licht ins Dunkel.

Nach einer halben Woche Island stellten wir fest: unsere Hotpot-Premiere war inzwischen mehr als überfällig. Trotz unseres geplanten Tagespensums – von Grundarfjörður bis Siglufjörður lagen, Zwischenstopps eingerechnet, sieben Stunden Fahrzeit vor uns – wollten wir den Landbrotalaug nicht auslassen. Weiterlesen