Schlagwort: Roadtrip

Roadtrip in den hohen Norden.
Von Schweden an den südlichsten Punkt Norwegens

Norwegen fühlt sich anders an als Schweden. Das war zumindest unser erster Eindruck. Von der einsamen Wildnis zwischen Vänern und Vättern in den dicht besiedelten Süden Norwegens zu kommen, ist ein mittlerer Kulturschock. Dazwischen lagen für uns zehn Stunden Fahrt. Wir wollten Schweden erstmal komplett hinter uns lassen, um uns auf den nächsten Abschnitt unserer Reise einlassen zu können. Das hieß für uns: eine lange Fahrt mit dem Wohnmobil, um noch am selben Tag am südlichsten Punkt Norwegens anzukommen, dem Kap Lindesnes.  Weiterlesen

Durchorganisierte Geborgenheit

Verrat an sich selbst. Unsere eigenen Prinzipien werfen wir einfach so über Bord. Unsere Freiheit zu übernachten wo wir wollen, geben wir auf und tauschen sie gegen die durchorganisierte Geborgenheit eines Campingplatzes ein.

Wir haben Bohuslän hinter uns gelassen. Seit einigen Stunden sind wir unterwegs Richtung Osten und die Landschaft, die draußen an uns vorbeizieht, hat sich verändert. Ein gefühlt unendlicher Wald hat die Schären abgelöst, an die wir uns in den letzten Tagen gewöhnt hatten. Die Straßen sind schmale Schneisen, die mit der Zeit nur noch als Verbindung zwischen einer Häuseransammlung und der nächsten dienen. Dazwischen: Wald und Seen.

Wir sind zwischen den beiden großen Seen Vänern und Vättern und steuern den Unden an. Ein für hiesige Verhältnisse riesiger See nördlich, des noch um ein Vielfaches größeren Vättern. Unsere Essensvorräte noch an der dichter besiedelten Westküste aufzufüllen, wäre ein sinnvoller Schachzug gewesen. Eigentlich am Ziel angekommen, stellen wir fest, dass der Kühlschrank leer ist und es um uns herum nichts gibt außer Wald und Seen. Wir müssen uns entscheiden: in den Survival-Modus umschalten und sich in den nächsten Tagen von dem ernähren, was der Wald so hergibt oder weiterfahren. Die erhitzten Gemüter konnte ich nur mit einem Tritt aufs Gaspedal beruhigen. 30 Minuten später erreichten wir Laxå, den nächstgrößeren Ort. Den anschließenden Einkauf zelebrieren wir dann dementsprechend. In unserem Einkaufswagen landet ein Querschnitt der schwedischen Supermarktvielvalt. Danach sind wir bereit für ein paar Übernachtungen auf dem Campingplatz. Auf in die Parzelle!  Weiterlesen

Um uns Ruhe, vor uns das Meer.

Ein Wohnmobil macht flexibel, aber auch wählerisch. Am Ende jedes Tages steht man vor der Entscheidung: hier bleiben und an Ort und Stelle einen Platz für die Übernachtung suchen oder noch ein Stückchen (und vielleicht noch ein Stückchen) weiterfahren und nach einem noch besseren Platz Ausschau halten. Oder vielleicht sogar einen der Orte anfahren, die man in mühsamer Recherche vorab zusammengesucht hat.  Weiterlesen

Über den Schären – Tjörnehuvud

Wir kaufen vor jedem größeren Urlaub einen Reiseführer. Mehr zur Beruhigung als zur aktiven Vorbereitung. Denn irgendwie passen die Vorschläge auf Papier nie so recht zu unseren Plänen. Ich kann mich nicht erinnern, dass wir je einem der vorgeschlagenen Restaurants oder Hotels einen Besuch abgestattet oder das wir uns an eine der vorgestellten Touren gehalten hätten. Oft sind die Fotos etwas zu angestaubt oder die Empfehlungen gehen an unserem Geschmack vorbei. Man kauft einen Reiseführer, weil man das eben so macht und uns dient er immer als grobe Orientierung, die man mit sich herumtragen und in der man auch ohne Internetverbindung etwas nachschlagen kann.  Weiterlesen

Kullens Fyr – stürmisch, kalt und rau

Montagmorgen. 7:05 Uhr. Weckerklingeln. Zeit zum Aufstehen! Wenn das mal kein Urlaubsfeeling ist. Einmal will man noch ans Wasser, die Ostsee und die Wellen sehen, bevor man die Sandhammaren hinter sich lässt. Es ist kühl und das morgendliche Bad verschiebt man lieber auf ein andermal. Unverrichteter Dinge schleicht man zum Wohnmobil zurück und beschwichtigt sich mit Ausreden: zu kalt, die gefährliche Strömung und der (kaum vorhandene) Zeitplan, den es unbedingt einzuhalten gilt. Weiterlesen

Seitenwechsel. Auf zu neuen Ufern.

Fähre Sassnitz Trelleborg

Das Klappern war weg. Als wir mit unserem geliehenen Wohnmobil in Deutschland aufbrachen, hatte es noch alles übertönt. Teller, Tassen, Töpfe, der ganze Kram, den man so einpackt, wenn man das erste Mal mit dem Wohnmobil verreist und nicht mal weiß, was man davon überhaupt gebrauchen würde. Das Klappern in Schüben und Schränken hinter uns war unüberhörbar, aber je weiter wir uns von unserer Wohnung (und dem Kopfsteinpflaster) entfernten, desto leiser wurde es und desto sicherer waren wir, das es etwas werden könnte mit uns und dem Wohnmobil. Weiterlesen